Geschichte

 

Erste Menschen auf Malta

Wann die ersten Siedler auf die Insel kamen, ist bis heute nicht klar festzulegen, Forscher grenzen die Zeit zwischen 11000 und 4000 v. Chr. ein. Vermutlich kamen diese Menschen über eine damals noch vorhandene Verbindung aus dem heutigen Sizilien und brachten Tiere, Samen und Werkzeuge mit. Erste Tempel entstanden um 3500 v. Chr., sie waren der Göttin der Fruchtbarkeit geweiht; heute sind noch 23 dieser Tempel erhalten. Der letzte dieser Tempel wurde um 2500 v. Chr. erbaut, danach scheint es einen Bruch in der Tempelkultur gegeben zu haben, weshalb man Dürreperioden, Epidemien oder gar eine Entführung der Inselbewohner durch Piraten in Betracht zieht.

 

Erst um 1800 v. Chr. fand eine erneute Besiedlung der Insel statt, diesmal waren es hauptsächlich Hirten und Fischer, die für die Tempelbauten allerdings keine Verwendung fanden. Auch diese Menschen verschwanden, sie wurden vermutlich vertrieben. Ihnen folgte eine Kultur, über die man so gut wie gar nichts weiß, nur die heute noch bekannten und zu besichtigenden Schleifspuren sind ihnen zuzuordnen.

 

Die Antike

Um 800 v. Chr. siedelten sich die Phönizier auf Malta an, die durch Einheiratungen in die ansässige Bevölkerung eine Weiterbildung der ethnische Vermischung vollzogen. Zwei phönizische Tempel wurden errichtet, Malta war als Stützpunkt selbständig. Zwar gibt es keine schriftlichen Hinweise darauf, doch geht man davon aus, dass der Handel, vor allem mit Olivenöl und Töpferwaren, zu florieren begann.

 

Das afrikanische Karthago gewann im Laufe der Jahre immer mehr Macht auf Malta, so dass abermals neue Götter übernommen und angebetet wurden. Man fand in einer Höhle ein Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Tanit, die besonders von den Karthagern angebetet wurde. Malta wurde zu einem wichtigen Handelspunkt unter der karthagischen Herrschaft, Waren aus Malta waren hoch geschätzt, in Werften wurden Schiffe repariert, die große Zahl an Tempeln lockte etliche Pilger an.

 

Als die Römische Republik langsam, als ein für die Karthager ebenbürtiger Gegner aufstieg, wurde Malta ein wichtiger Stützpunkt, vor allem während des Ersten Punischen Krieges. Während des zweiten Krieges fiel Malta dann aber doch in römische Hände.

 

Während dieser Besatzungszeit entstanden neue Städte, nach einigen Jahren wurde die Insel sogar als Verbündeter, und nicht nur als Besiegter angesehen. Malta war nun von römischen Gebieten umgeben, und so vor Seeräubern und Überfällen geschützt. Durch das von den Römer eingeführte Bewässerungssystem wurde ein Anbau in größerem Stil als je zuvor ermöglicht. Der Handel wurde ausgebaut, vor allem Stoffe, Olivenöl und Honig, der auf der Insel in großen Mengen hergestellt wurde, waren gefragt.

 

Als Gaius Julius Caesar an die römische Macht kam, wurden die alten phönizischen und karthagischen Götter aus dem maltesischen Alltag vertrieben, und durch römische Götter ersetzt. Laut einer Legende soll der Apostel Paulus 59 n. Chr. vor Malta Schiffbruch erlitten haben, als er als Gefangener nach Rom gebracht werden sollte. Er versteckte sich in einer Grotte auf der Insel und bekehrte von dort aus die Malteser zum Christentum. Die Religion breitete sich auf Malta rapide aus, doch konnten die Anhänger ihren Glauben nicht offen ausüben, da sie Verfolgungen fürchten mussten. So entstanden die berühmten Katakomben von Malta, die heute noch erhalten und zu besichtigen sind. Sie wurden sowohl als Orte des Gebetes, als auch als Begräbnisstätten genutzt. Anfang des 3. Jahrhunderts nach Christus führte Konstantin der Große die Konstantinische Wende durch, wonach Christen anerkannt wurden und sie Ihren Glauben offen leben und zeigen konnten.

 

Das Mittelalter

Im 9. Jahrhundert versuchten afrikanische Muslime ihre Macht auch in Malta auszubreiten, so dass sie durch viele kleine Überfälle und Plünderungen die Malteser mürbe zu machen versuchten. Das gelang ihnen aber nicht, erst die Eroberung Siziliens führte zu einem Sieg über Malta. Nachdem nahezu die gesamte Bevölkerung ausgerottet wurde, führten die Eroberer den Islam ein. Nahmen die übrig gebliebenen Malteser den Glauben nicht an, mussten sie eine Strafe zahlen, und hatten keinen Rechtsstatus. Trotz dieser Zwangsmissionierung gab es offiziell keine Glaubensverfolgungen auf Malta.

 

Durch einige Neurungen, wie zum Beispiel die Installation von Wasserrädern, die zum besseren Bewässern der Felder dienten, konnte unter anderem Baumwolle angepflanzt werden, was in den folgenden Jahrhunderten der wichtigste Rohstoff war, den Malta hervorbrachte.Die Malteser kämpften an der Seite der Muslime gegen die Byzantiner, und erlangten durch diese Tat und dem damit verbundenen Sieg mehr Freiheit und Rechte. 40 Jahre später wurde die Insel allerdings durch die Normannen erobert. Die Muslime wurden vertrieben oder zu Vasallen gemacht, die Insel Malta stand von da an unter der Herrschaft Siziliens. Da der König von Sizilien keine eigenen Nachkommen hatte, fielen Malta und Sizilien den Staufern zu, deren Regent zu dieser Zeit Heinrich VI war. In den Folgejahrhunderten kämpften die Malteser immer wieder um eine offizielle Eingliederung in Sizilien, was aber immer wieder abgelehnt wurde.

 

Das Christentum hatte nun vollends Einzug gehalten, die 220jährige arabische Epoche hatte wenige nachhaltige Spuren hinterlassen. Fast alle großen christlichen Orden hatten sich auf der Insel niedergelassen, die Benediktiner gründeten ein erstes Krankenhaus und eine erste Schule.Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte Malta dann dem Königreich Spanien an und der aus Rhodos vertriebene Johanniterorden kam auf die Insel.

 

Die Neuzeit

Die Johanniter versprachen, dass sie das maltesische Volk schützen und ehren würden, sie sollten die Geschichte der Insel für die nächsten knapp 250 Jahre bestimmen.

 

20 Jahre lang überfielen die Osmanen mehrfach die Inseln und verwüsteten sie. Die Malteser bauten ihre Festungen aus, und wurden dabei von den Johannitern unterstützt. 1565 konnte das osmanische Heer dann trotz der Übermacht geschlagen und vertrieben werden.Vom europäischen Festland floss nun die finanzielle Unterstützung, da man erkannt hat, welch strategisch günstigen Punkt im Krieg gegen die Osmanen Malta hatte.Mit diesen Geldern konnte die neue Hauptstadt Valetta erbaut werden.

 

Ab diesem Zeitpunkt begann Malta aufzublühen. Der Malteserorden (wie der Johanniterorden mittlerweile genannt wurde) mehrte seinen Reichtum, die Insel selbst hatte ihre günstige geographische Lage erkannt, und erwirtschaftete mit gezielter Piraterie selbst gute Gewinne.Die Überfälle der Osmanen waren dann Mitte des 17. Jahrhunderts endgültig vorbei, da die Verteidigungsanlagen nun vollends ausgebaut waren, und sowohl Ritterorden als auch Bevölkerung sicher auf der Insel leben konnten. Ende des 17. Jahrhunderts forderte eine Pestwelle das Leben von über 10.000 Menschen. Nach dieser Tragödie war die Gemeinschaft der Malteser nie wieder dieselbe wie zuvor.

 

1798 nahm Napoleón Bonaparte auf dem Weg nach Ägypten Malta ein, und beendete die Ordensherrschaft. Während der Besetzung der Insel brach die Wirtschaft Maltas fast vollständig zusammen. Den Ordensangestellten wurden finanzielle Zuwendungen gestrichen, was die Verarmung nahezu der gesamten Bevölkerung zur Folge hatte, da sie fast alle für den Orden gearbeitet hatten. Die Ausfuhr der Baumwolle, was der Hauptwirtschaftszweig der Insulaner war, wurde gestoppt, da das Königreich Großbritannien der Hauptabnehmer war, und die Franzosen mit diesen im Krieg lagen.

 

Im September 1798, nur wenige Monate nach der Belagerung, übten die Malteser den Aufstand, überfielen die Besatzer und lynchten sie. Innerhalb eines Tages gewannen die Insulaner bis auf die Festung im Hafen alle Städte zurück. Mit Hilfe der Königreiche Sardinien und Sizilien, sowie der Briten konnten die Malteser die Franzosen zur Kapitulation zwingen, 1800 begann die nächste Fremdherrschaft, und zwar die der Briten.Da die Briten Zoll von jedem Handelsschiff verlangte, und die Schiffe dadurch in den Maltesischen Hafen einfahren mussten, erblühte die Insel bald wieder als wichtiges Handelszentrum.

 

Während der beiden Weltkriege wurde Malta als militärische Basis für die Alliierten genutzt. Im zweiten Weltkrieg wurde Malta aus diesem Grund Ziel von über 2000 Luftangriffen der Deutschen und der Italiener. Im Bezug auf die Fläche, hat Malta im zweiten Weltkrieg die meisten Bomben abbekommen, der britische König Georg VI. verlieh 1942 der gesamten maltesischen Bevölkerung als Tapferkeitsmedaille das Georgskreuz, welches seitdem auf der Landesflagge abgebildet ist.

 

Seit dem 13. Dezember 1974 ist Malta eine parlamentarische Republik und die maltesische Lira löste das britische Pfund Sterling ab.

Seit dem 1. Januar 2008 ist die offizielle Währung der Euro.

 

 

 

Englisch lernen

Englisch auf Sprachreisen in das Ausland lernen und anwenden.